Eine Route auf dem Handy sieht immer gleich aus. Eine Linie, dreizehn Pins, darunter „6,9 km · 1 h 48 min“. Was das bedeutet, merkst du erst unterwegs. Zum Beispiel in Lübeck, wenn du nach zwei Spots am Holstentor feststellst, dass bis zum Dom 22 Minuten Fußweg vor dir liegen.

Deshalb gibt es bei Mapped by Stubbs seit dem 27. September 2026 einen Schritt vor dem ersten Schritt: den 3D-Rundflug. Stubbs fliegt deine Stadtführung einmal komplett ab, als 3D-Stadtrundgang von oben, landet an jedem Spot und fragt dich, ob er drinbleiben soll.

Was ist der 3D-Rundflug? Der 3D-Rundflug ist eine animierte Vorschau deiner Stadtführung bei Mapped by Stubbs. Eine Kamera folgt der geplanten Gehroute über ein 3D-Modell der Stadt und hält an jedem Spot. Dort siehst du Fotos, Öffnungszeiten und, wo vorhanden, Bewertungen und entscheidest: behalten oder streichen. Am Ende rechnet die App die Route neu. Kostenlos, ohne Konto, im Browser.

3D-Rundgang durch Lübeck: so sieht der Flug aus

Am besten an einem echten Beispiel. Die fertige Tour auf unserer Seite zur Stadtführung Lübeck hat 13 Spots, 6,9 Kilometer und 1 Stunde 48 Minuten Gehzeit. Die Bilder unten stammen aus genau diesem Rundflug, aufgenommen im Browser in Handygröße.

3D-Rundflug über Lübeck: Stubbs' Zylinder fliegt über das 3D-Stadtmodell zum Lübecker Dom, 22 Minuten zu Fuß
Unterwegs: Stubbs zieht die Linie zum nächsten Halt, unten stehen Name und Gehzeit.
Spot-Karte im 3D-Rundflug: Museum Holstentor mit Foto, Bewertung 4,6, Öffnungszeiten, Adresse und den Knöpfen Entfernen und Behalten
Landung: Fotos, Öffnungszeiten, Adresse und Rezensionen. Namen der Rezensenten haben wir unkenntlich gemacht.
Finale des 3D-Rundflugs: Lübeck-Runde mit 13 Spots, 6,9 km und 1 h 48 min im Überblick, darunter Navigation starten
Finale: die ganze Runde im Überblick, darunter „Navigation starten“.

Der Flug läuft in vier Phasen ab:

  1. Vorspann. Die Runde zeichnet sich als orange Punktspur über die Stadt, die Pins erscheinen dort, wo die Linie sie erreicht. Schon hier siehst du, ob die Tour ein kompakter Kreis ist oder ein langer Schlauch.
  2. Flug. Eine Verfolgerkamera fliegt schräg von oben die echten Gassen entlang. Stubbs, der Zylinder, zieht die Linie hinter sich her, unten stehen der nächste Halt und die Gehminuten bis dorthin. Eine kleine Karte oben rechts zeigt, wo du in der Runde gerade bist.
  3. Landung. Am Spot dreht die Kamera ein und kreist langsam, dann baut sich die Spot-Karte auf.
  4. Finale. Die Kamera steigt auf den Gesamtüberblick. Hast du Spots gestrichen, rechnet die App die Route neu und zeichnet die neue Runde.

Warum wir die Route vorher zeigen

Eine Liste mit Sehenswürdigkeiten beantwortet die Frage, was es gibt. Wie es sich anfühlt, das alles abzulaufen, verrät sie dir nicht. Genau daran scheitern die meisten Stadtführungen auf eigene Faust: selten an der Auswahl, fast immer an der Strecke dazwischen.

Im Lübeck-Beispiel liegen die ersten beiden Spots, das Museum Holstentor und die Salzspeicher, praktisch nebeneinander. 4 und 5 Minuten zu Fuß. Dann folgen 22 Minuten bis zum Lübecker Dom im Süden der Altstadtinsel. Auf einer flachen Karte ist der Dom ein Pin unter vielen. Im Rundflug fliegst du die Strecke mit, die Häuserzeilen ziehen vorbei, und du merkst: Das ist ein echter Abstecher.

Wer an dem Tag nur zwei Stunden hat, streicht den Dom vielleicht. Oder streicht zwei Spots im Norden, weil der Dom genau das ist, wofür er nach Lübeck gefahren ist. Beides ist richtig. Falsch ist nur, das erst an den Salzspeichern herauszufinden, mit müden Füßen und einem Café in Sichtweite.

Was du an jedem Spot siehst

Die Spot-Karte im Rundflug zeigt dasselbe wie die Detailansicht der normalen Vorschau, nur ohne dass du sie aufrufen musst. Standardmäßig aufgeklappt sind:

Unterschätzt werden die Öffnungszeiten. Ein Museum, das montags geschlossen hat, streichst du besser jetzt als vor der verschlossenen Tür. Bei unserem Testflug stand am Museum Holstentor ein rotes „Geschlossen“. Es war Sonntagabend.

Den Rundflug selbst ausprobieren
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Behalten oder streichen, bevor du losgehst

Unter jeder Spot-Karte stehen zwei Knöpfe: Behalten und Entfernen. Nach „Entfernen“ fliegt Stubbs direkt zum nächsten Halt weiter, fünf Sekunden lang kannst du es rückgängig machen. Hast du es dir später anders überlegt, springt „Spot zurück“ zum vorigen Ort, auch mitten im Flug.

Neu berechnet wird erst am Ende, einmal für alle Änderungen zusammen. Wer drei Spots streicht, soll nicht dreimal auf eine neue Route warten. Einen Haken hat das: Nach dem Streichen kann sich die Reihenfolge ändern, weil die App die kürzeste Runde durch die übrigen Spots neu sucht. Das Finale zeigt dir deshalb die neue Runde, bevor du startest.

Von dort geht es mit „Navigation starten“ direkt los. Für die Live-Navigation unterwegs, mit Abbiegehinweisen und Sprachansagen, brauchst du die kostenlose Android-App. Eine iPhone-App ist in Arbeit, Planen und Rundflug laufen auf dem iPhone schon jetzt im Browser.

Gibt es das auch bei anderen Stadtführer-Apps?

Welche Apps zeigen eine Stadtführung vorab in 3D? Einzelne Bausteine gibt es, die Kombination haben wir nirgends gefunden. Google Maps zeigt mit Immersive View for routes in ausgewählten Metropolen einen Weg in 3D. Komoot macht aus einer gelaufenen Tour ein Flyover-Video. Keine davon fliegt eine kuratierte Stadtführung vor dem Start ab und lässt dich an jedem Ort entscheiden.

Bevor wir den Rundflug veröffentlicht haben, wollten wir wissen, ob wir gerade etwas neu erfinden, das es längst gibt. Das Ergebnis, Stand September 2026:

Angebot Was du siehst Wann Entscheiden pro Ort
Mapped by Stubbs, 3D-Rundflug Kuratierte Stadtführung als 3D-Flug, Halt an jedem Spot vor dem Losgehen ja
Google Maps, Immersive View for routes Weg von A nach B in 3D, zum Start 2023 in 15 Metropolen wie London und Paris, keine deutsche Stadt vor dem Losgehen nein
Komoot, Flyover Kurzes Video der Strecke über Satellitenbildern nach der Tour nein
Komoot, 3D-Karte Gelände und Höhen beim Planen, Premium, nur im Desktop-Browser beim Planen nein
izi.travel, SmartGuide, GetYourGuide Audio-Touren bzw. Buchung, eine 3D-Vorschau der Route haben wir nicht gefunden entfällt nein

Der Unterschied liegt im Zeitpunkt. Der Flyover von Komoot ist ein Andenken an eine Tour, die du schon gelaufen bist, gebaut für Wander- und Radstrecken. Google zeigt dir einen Weg, den du dir vorher selbst ausgesucht hast. Der Rundflug sitzt dazwischen: Die Auswahl hat Stubbs getroffen, die letzte Entscheidung triffst du, und zwar bevor es losgeht. Wie sich die Apps sonst unterscheiden, steht im Vergleich der digitalen Stadtführer-Apps.

Ist das ein virtueller Stadtrundgang?

Zum Teil. Wer nach einem virtuellen Stadtrundgang sucht, meint oft einen 360-Grad-Rundgang, mit dem man eine Stadt vom Sofa aus besichtigt. So einer ist der Rundflug nicht. Die Stadt erscheint bewusst als ruhiges, elfenbeinfarbenes Architekturmodell ohne Fotorealismus, und nur deine Route hat Farbe. Er soll dir die Reise nicht ersetzen. Er soll klären, ob diese Runde die richtige ist.

Vom Sofa aus funktioniert er trotzdem gut. Am Abend vorher die Tour für morgen erzeugen, einmal abfliegen, zwei Spots streichen, fertig. Morgens in der Stadt musst du dann nur noch starten.

So startest du den 3D-Rundflug

  1. Öffne eine Stadtseite, etwa Lübeck, Heidelberg oder Bamberg, und tippe auf „Diese Tour starten“. Für jede andere Stadt gibst du auf der Startseite Stadt und Startpunkt ein.
  2. In der Vorschau tippst du unten links auf der Karte auf „3D-Rundflug“.
  3. An jedem Spot: „Behalten“ oder „Entfernen“. Am Rechner pausiert die Leertaste, die Pfeiltasten gehen vor und zurück.
  4. Im Finale auf „Navigation starten“ oder zurück zur Übersicht, wenn du noch mehr ändern willst.

Das Ganze kostet nichts, braucht kein Konto und läuft im Browser auf iPhone, Android und am Rechner.

Wo der Rundflug an Grenzen stößt

Die Gebäude sind Klötze aus OpenStreetMap-Daten, keine fotografierten Fassaden. Das ist Absicht, weil ein ruhiges Modell die Route lesbar hält. Es bedeutet aber auch: Das Holstentor erkennst du im Modell an seinen zwei runden Türmen, nicht an seinem Backstein. Das Gebäude des Spots selbst wird nicht hervorgehoben, die Kamera zeigt auf den Pin. Und in sehr dichten Altstädten liegen Pins manchmal übereinander.

Auf älteren Handys fordert die 3D-Darstellung den Prozessor. Fällt die Bildrate unter etwa 25 Bilder pro Sekunde, senkt der Rundflug die Auflösung von selbst. Wenn es trotzdem ruckelt, hilft Vorspulen zum nächsten Spot.

Häufige Fragen zum 3D-Rundflug

Kann ich eine Stadtführung vorher in 3D ansehen?

Ja. Tour erzeugen oder eine fertige Tour auf einer Stadtseite öffnen, dann in der Vorschau unten links auf „3D-Rundflug“ tippen. Stubbs fliegt die komplette Route ab, bevor du den ersten Schritt machst.

Kostet der 3D-Rundflug etwas?

Nein. Er ist kostenlos, braucht kein Konto und läuft im Browser sowie in der Android-App.

Funktioniert der Rundflug auf dem iPhone?

Ja, im Browser, ohne Installation. Die Live-Navigation unterwegs gibt es derzeit in der Android-App, eine iPhone-App ist in Arbeit.

Für welche Städte gibt es den Rundflug?

Für jede Stadt, für die Stubbs eine Tour erzeugt. Die 3D-Gebäude stammen aus OpenStreetMap, dessen Abdeckung in Europa sehr gut ist. Wo Gebäudehöhen fehlen, ist das Modell flacher, die Route und die Spots siehst du trotzdem.